Die See ruft und ich folge.
So war es immer gewesen. Habe ich doch nie verstanden warum gerade der Ozean einen solchen Sog auf meine Seele ausübt. Doch dies soll sich nun vermutlich ändern. Und ich blicke mit trüben Sinnen und schwerem Gemüt auf das was diese unheimliche Entdeckung offenbaren mag.
In einem Abrund,
den kein Sonnenstrahl mehr berührt, erblickte ich, halb im Schlamm versunken, ein sonderbares Ding — ein Gebilde aus Metall, das doch wie aus einem Guss organisch schien. Seepocken und Muscheln die sich sonst überall festkrallten, hatten das Artefakt gänzlich verschmäht.
Es war weniger mein törichter Drang es aufzuheben, sondern vielmehr das Gebilde selbst, welches sich aus dem Schlamm befreite um gleich darauf von meiner Hand in den Tauchbeutel zu gleiten.
Das Artefakt
ruht nun auf meinem Schreibtisch. Ich betrachte es bei Lampenlicht, und mir ist, als atmete es. Kein Strahl bleibt auf seiner Oberfläche, vielmehr scheint es das Licht selbst zu verschlingen. Um dasselbe liegt ein dünner Nebelschleier, kaum sichtbar, doch kalt, als wehte mir das Meer selbst ins Antlitz.
Wenn ich länger hinsehe, höre ich ein fernes Rauschen, gleich dem Murmeln von Brandung in der Ferne. Ich versuche, seine seltsamen Gravuren aufzuzeichnen, doch was ich zeichne, verändert sich, ehe die Feder das Pergament berührt.
Ich schlafe kaum noch.
Wenn ich die Augen schließe, sehe ich das Artefakt, wie es in dunklem Glanz pulsiert. Letzte Nacht erwachte ich, klatschnass — doch nicht von Schweiß, sondern von Salzwasser!
Mein Lager war feucht, die Decke schwer vom Geruch der See. Kein Fenster stand offen, und doch war das Zimmer erfüllt von salziger Luft. Ich beginne zu glauben, daß etwas Unheiliges sich meiner bemächtigt.
Die Stützstruktur wird von einem ausrangierten animatronischen Tentakelarm aus einem früheren Projekt gebildet. Wo damals die Zugseile durchgefädelt waren, halten nun Drähte den gesamten Arm in der Pose. Die Hohlräume zwischen den Spanden wurden mit Pappmachee ausgefüllt.
Unzählige Schichten aus sich überkreuzenden Zeitungs Streifen bilden die stabile Aussenhaut des Arms. Mehr aus Zufall entstand in der Mitte des Arms der markante Einschnitt,der im Verlauf noch eine wichtige Rolle spielen wird.
Auch die Saugnäpfe sind mit Pappmachee modelliert worden. Die Grundstruktur dieser Elemente bilden kleine zurrrechtgeschnitzte Styropor Zylinder.
Das Summen ist nun unüberhörbar.
Ein leises, vibrierendes Klingen, als atme das Metall. Ich bedeckte es mit einem Tuch, doch dieses glitt wie von unsichtbarer Hand fort.
Ein widriger Geruch erhob sich, als von Tang und Fäulnis — windende Schatten kräuseln sich in meinem Augenwinkeln doch wenn ich hin sehe ist nichts mehr da.
Ich habe das Ding geöffnet.
O, hätte ich es doch gelassen!
Seit jener Prozedur bebt mein Haupt, und in meinem Blute fröstelt ein Leben, das nicht das meine ist. Ich sah Bilder von Städten aus schwarzem Stein tief unter dem Meer, erleuchtet von bleichen Flammen.
Und inmitten jener Hallen: Tumulte von abscheulicher Größe. Ein Gewusel dass mich mit einem Schrecken erfüllt. Arme wie gewaltige Schlangen, gesäumt von Ringen und Saugscheiben. Zuckende Bleiche Ungetüme unter dem Meer.
Ich weiß kaum noch,
was wirklich ist. Des Nachts höre ich Scharren unter den Dielen, als grabe sich etwas von unten herauf.
Wieder erwachte ich im nassen Bette; das Wasser schmeckt salzig, und meine Hände riechen nach Tang. Die Wände meines Gemachs erscheinen mir lebendig, als atmeten sie langsam, gleich Lungen aus Holz und Kalk.
Das Artefakt ruht nicht mehr, wo ich es ließ. Es findet stets einen neuen Platz, als folgte es eigenem Willen.
Ich verstehe nun,
was es begehrt. Es ruft — o, wie süß und furchtbar dieser Ruf! — es ruft nach mir.
Ich bin der Schlüssel der die Tore öffnen soll.
Doch habe ich einen Käufer gefunden.
100 Gulden sind mein.
Und der Fluch ist sein.
Steig auf, Arm aus der Tiefe und erleuchte mich.
Dies ist der Fußschalter für das separate Anschalten des Portals und der Glühbirne.
…
Das Leuchten im Inneren dient als Auslass des Kabels für die Glühbirne.
